Mehrere Festnahmen bei Solidaritätsdemo für Golunow | Aktuell Europa | DW

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Auf Bildern ist zu sehen, wie Russlands führender Oppositioneller Nawalny von Polizisten in einen Polizeibus gezogen wird. Dem Bürgerrechtsportal “OWD-Info” zufolge wurden mindestens 90 Demonstranten festgenommen. Golunow selbst hatte zuvor noch vor ungenehmigten Protesten gewarnt.

Die Demonstranten forderten nach Angaben von Beobachtern der Kundgebung Ermittlungen gegen die Polizisten, die Golunow vergangene Woche festgenommen hatten. Sie werfen ihnen Verleumdung wegen des Drogenvorwurfs vor.

Russland Freilassung des Journalisten Iwan Golunow | Protest findet dennoch statt (DW/E. Barysheva)

Demonstrantin: “Gegen Politrepressalien, Foltern und Zensur”

Auch deutscher Reporter betroffen

Nach Angaben des Nachrichtenmaganzins “Der Spiegel” ist bei der Demonstration in Moskau auch einer seiner Mitarbeiter festgenommen worden. Wie “Der Spiegel” auf Twitter schreibt, habe sich der Mitarbeiter Alex Chernyshev als Journalist ausgewiesen.

Golunow war am Dienstagabend überraschend aus dem Hausarrest entlassen worden. Der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew sagte der Agentur Interfax zufolge, alle Anschuldigungen gegen Golunow würden mangels Beweisen fallengelassen. Es gebe nach den Ermittlungen keinen Hinweis auf eine Straftat des 36-jährigen Enthüllungsjournalisten des regierungskritischen Online-Mediums “Meduza”.

Kundgebung erst am 16. Juni

Nach der Freilassung Golunows hatte die Gründerin des Portals, Galina Timtschenko, dazu aufgerufen, die bereits für diesen Mittwoch geplante Demo auf den 16. Juni zu verschieben. Die städtischen Behörden, die solche Demos nur selten genehmigen, hatten zugestimmt.

Iwan Golunow Russland Journalist (DW/O. Yakovlev)

Iwan Golunow kurz nach seiner Freilassung

Die Festnahme des Investigativ-Journalisten hatte eine Welle der Empörung in der russischen Bevölkerung ausgelöst. Zahlreiche russische Kollegen Golunows und internationale Organisationen verurteilten das Vorgehen der Behörden. Der Geschäftsführer von “Reporter ohne Grenzen” begrüßte die Freilassung: “An Golunows Unschuld bestand für uns kein Zweifel, wir freuen uns sehr, dass er wieder frei ist.”

fab/mak (rtre, afp, dpa, epd, Twitter)





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