Dilek Dündar: ″Werde als Geisel gehalten″ | Aktuell Europa | DW

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Dass ihr die Ausreise aus der Türkei verweigert werde, sei eine “vollkommen rechtswidrige, willkürliche und politische Entscheidung”, so Dilek Dündar in einem via Twitter verbreiteten Video. Es verstoße zudem gegen Grundrechte wie die Reisefreiheit. “Ich werde im wahrsten Sinne des Wortes für meinen Mann als Geisel gehalten”, sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin und Dokumentarfilmerin. “Beendet diese Gesetzeswidrigkeit.”

Dilek Dündar war im September 2016 der Pass entzogen worden, als sie nach Berlin reisen wollte. Ihr Mann, der sich zu dem Zeitpunkt schon außerhalb der Türkei aufhielt, war kurz zuvor von seinem Posten als Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung “Cumhuriyet” zurückgetreten. Gegen Can Dündar laufen in der Türkei zahlreiche Verfahren, unter anderem wegen angeblicher Terrorunterstützung. 

Lebt seit 2016 in Deutschland, um einer Haftstrafe zu entgehen: Can Dündar

Gegen sie selbst lägen keinerlei Anschuldigungen vor, betont Dilek Dündar in ihrem Video. Ihr Schicksal stehe beispielhaft für “Tausende von Ehepartnern, die wegen ihrer Familienbindungen grundlos bestraft werden”. Sie habe lange geschwiegen, weil sie auf die Gerechtigkeit der Justiz gehofft habe. Es belaste sie jedoch sehr, dass sie ihren Mann und ihren Sohn, der in London studiert hat, nicht sehen könne.

Dilek Dündar erzählt zudem von finanziellen Schwierigkeiten. So könne sie den Kredit ihres Hauses in Istanbul alleine nicht zahlen. Die Behörden hätten ihr nicht erlaubt, eine Ferienwohnung zu verkaufen, um den Kredit zu tilgen. Nun werde das Haus in Istanbul gepfändet. “Ich darf mein Land nicht verlassen, muss aber aus dem Haus raus, in dem ich gezwungen wurde, alleine zu leben.”

wa/hk (dpa, rtr)





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