40 Tote bei Angriff auf Moscheen in Neuseeland | Aktuell Welt | DW

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In zwei Moscheen in der Stadt Christchurch ist während des Freitagsgebets das Feuer auf die Gläubigen eröffnet worden. Nach Angaben von Premierministerin Jacinda Ardern wurden dabei 40 Menschen getötet und mehr als 20 verletzt. Der Polizei zufolge wurden drei Männer und eine Frau festgenommen. Unklar ist, ob der mutmaßliche Täter darunter ist. Weitere Verdächtige gebe es derzeit nicht, hieß es. Ardern nannte die Tat einen “Terroranschlag”.

Nach Angaben des australischen Premierministers Scott Morrison handelt es sich bei dem festgenommenen Hauptverdächtigen um einen Australier. Morrison sprach von einem “extremistischen rechten gewalttätigen Terroristen”.

Dreißig Menschen wurden in der Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum getötet. In einer zweiten Moschee im Vorort Linwood starben sieben Menschen, weitere drei außerhalb der Moschee. Nach Augenzeugenberichten handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann, der einen Helm und eine kugelsichere Weste trug. Laut einem Polizeisprecher wurden zudem mehrere Sprengsätze entschärft, die an Autos angebracht waren.

Video soll Täter bei der Tat zeigen

Im Internet kursierte ein Video, in dem der Täter seinen Angriff eine der beiden Moscheen gefilmt haben soll. Die Polizei forderte in ihrem Twitterkanal dazu auf, den Link nicht weiter zu verbreiten und kündigte an, die Löschung der Bilder anzuordnen. Der Nutzer gibt an, ein 28 Jahre alter Australier zu sein, das ließ sich jedoch bislang nicht zuverlässig überprüfen. Unter demselben Nutzernamen wurde auch ein rechtsextremes Manifest veröffentlicht.

Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sprach von einem der “dunkelsten Tage” in der Geschichte des Landes. “Ich würde dies als eine Gewalttat beschreiben, wie es sie noch nie gegeben hat.” Neuseeland sei die Heimat der Getöteten. “Sie gehören zu uns. Die Person, die diese Gewalt gegen uns ausgeübt hat, tut dies nicht.” Die Regierungschefin kündigte an, noch an diesem Freitag selbst nach Christchurch zu fliegen.

Schüler mussten im Klassenzimmer ausharren

Die Polizei rief dazu auf, im Zentrum der Stadt nicht auf die Straße zu gehen und jedes verdächtige Verhalten zu melden. Wegen der Gefahrensituation mussten alle Schüler in ihren Klassenräumen bleiben. Alle öffentlichen Gebäude in Christchurch wurden abgeriegelt. Die Sperrung der Schulen ist inzwischen wieder aufgehoben. Vorerst bleiben die zahlreichen Einsatzkräfte jedoch in Alarmbereitschaft: “Lasst uns nicht davon ausgehen, dass die Gefahr gebannt ist”, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei forderte landesweit alle Moscheen dazu auf, ihre Türen zu schließen, und Besucher, sie zu meiden.

Neuseeland Schießerei in Moschee in Christchurch (picture-alliance/AP Photo/M. Baker)

Die neuseeländische Polizei forderte Moscheebesucher dazu auf, die Gebetshäuser zu verlassen

Die Bürgermeisterin von Christchurch, Lianne Dalziel, sagte: “Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann.” Christchurch liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats. Die drittgrößte Stadt Neuseelands hat etwa 350.000 Einwohner. In Neuseeland hatte sich seit 1990 keine Schießerei mit einer größeren Anzahl von Toten mehr ereignet.

ehl/stu (dpa, afp, rtr, ap)





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